"Nadine Schmidt überzeugte bei den Classic Open" (LVZ)
Leipzig. Eigentlich hätten Andrea Höhn und Gruppe swingen sollen, doch dann stand am späten Mittwochabend plötzlich Nadine Maria Schmidt auf der Classic-Open-Bühne zwischen Oper und Gewandhaus. Die Frau mit Gitarre, an ihrer Seite Pianist Till Kratschmer und Bassist Chris Turrak, war nach Höhns Absage kurzerhand eingesprungen.
Und so wurden rund 300 Gäste in einer lauen Sommernacht von einem musikalischen Gewitter überrascht. In ihre Musik, in ihre Texte packt Nadine Maria Schmidt sich und die emotionale Bandbreite des Seins - mit all ihren Widersprüchen. Hart und weich, ernst und heiter, laut und leise, zornig und hoffnungsfroh: Wenn die 29-jährige Studentin an der Uni Leipzig (Deutsch als Fremdsprache, Journalistik, allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft) ihr hinreißendes Timbre zum Schwingen und Klingen bringt, spricht der Bauch aus vollem Herzen, hat der Kopf Pause. Dazu passt, dass die gebürtige Vogtländerin Autodidaktin ist.
Vor reichlich sechs Jahren verkaufte ihr ein Bekannter seine alte Gitarre. Er tat dies mit den Worten: „Nadine, aber bitte keine Eintagsfliege. Mach was draus." Und Nadine Maria Schmidt machte was draus. Vor allem etwas ganz eigenes. Von einem Plagiat ist die laut Classic-Open-Erfinder Peter Degner „stimmlich mächtig-gewaltige Nachwuchskraft“, die mit ihrem jugendlich unbekümmerten Charme das Publikum schnell auf ihre Seite zog, weit entfernt. Auch wenn mancher in ihr einen weiblichen Tom Waits zu erkennen glaubt. Solche und ähnliche Vergleiche nimmt Nadine Maria Schmidt, die unter „Nylonsaiten & Saitenstrümpfe“ firmiert, freundlich lächelnd zur Kenntnis. „Ich bin ich.“
Wer Menschen treffen wolle und keine Masken, „der wird sich bei meiner Gitarre und mir wohlfühlen“, hat sie mal einem Interviewer - und inzwischen auch ihrer Homepage www.fraumitgitarre.de - anvertraut. Ihrer Freundin Gitarre erzählt sie alles. Seit gerade mal drei Jahren auch auf kleinen deutschen Bühnen. Der Auftritt auf dem Augustusplatz war ihr bislang größter. „Für diese Chance bin ich Peter Degner und Malerin Carolin Okon sehr dankbar, denn Carolin hat den Kontakt zu Peter Degner hergestellt“, sagte sie nach dem letzten Lied „For me“ (Für mich). CDs von ihr gibt es bereits zwei. Die jüngste Scheibe erschien im Juni beim Connewitzer Label Lala-Schallplatten. Weitere Alben sind sehr wahrscheinlich! Nick Jansen
Der nächste Auftritt von Nadine Maria Schmidt in Leipzig findet am 4. September um 20 Uhr in der Wasserstraße 18 beim Songwriter-Festival im Rahmen des KAOS-Kultursommers statt
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